Regeln und Ablauf der Debatte

Wir debattieren meist im British Parliamentary Style (BPS). Der BPS orientiert sich an der Debattentradition des englischen Unterhauses. Die Regierung stellt einen Plan vor, den die (Zwangs-)Opposition angreift. Das Ziel ist die größtmögliche Spannbreite an Argumenten: Beide Seiten versuchen, möglichst starke Begründungen für die eigene Sache zu finden und den "Clash" auszufechten. Eine Abstimmung gibt es nicht, einen Kompromiss allenfalls nach der Debatte.

Aufstellung


Debattieren ist Teamsport: Beratung während einer Wettkampfdebatte.

Pro Debatte treten vier Zweierteams gegeneinander an, jeweils zwei auf der Pro- und zwei auf der Contra-Seite. Auch die Teams auf der gleichen Seite konkurrieren miteinander - wie in Koalitionsregierungen soll jedes Team ein eigenes Profil zeigen.

Thema


In der Vorbereitungszeit: Zusammen mit dem Teampartner werden Argumente entwickelt.

Die Themen unserer Debatten werden in der Regel einige Tage vorher auf unserer Internetseite bekannt gegeben. Oft stimmen wir auch im Club über die Themen ab. Zwar kann sich jeder zuhause auf die Themen vorbereiten, die Abstimmung mit dem Teampartner und das Austüfteln der zentralen Argumente erfolgt aber in der 15-minütigen Vorbereitungszeit unmittelbar vor Beginn der Debatte. Am Anfang der Vorbereitungszeit werden auch die Positionen der Redner ausgelost.

Fast jedes Thema ist erlaubt, meistens geht es um aktuelle und öffentlich diskutierte Fragen. Gute Streitfragen haben starke Argumente für beide Seiten.

Aus dem Thema soll die eröffnende Regierung einen kreativen Antrag destillieren, in dem sie eine konkrete, streitbare Politikänderung vorschlägt. Die Opposition wendet sich gegen diesen Antrag. Das gewählte Thema soll im Antrag nicht bis zur Unkenntlichkeit verwässert werden - es geht nicht primär darum, durch eine zu starke Einengung den Vorteil auf seine Seite zu ziehen, sondern es sollte eine klar vertretbare Position eingenommen und diese überzeugend dargelegt und verteidigt werden.

Reden


Blick aufs Rednerpult: Notizen als Stütze während der freien Rede

Nacheinander hat jede Rednerin bzw. jeder Redner sieben Minuten Redezeit, in denen sie oder er die eigenen Argumente ausführt. Um Monologe zu vermeiden, sind Zwischenfragen von der Gegenseite erwünscht. Allerdings bestimmt allein der jeweilige Redner, ob und wann er Zwischenfragen zulassen will - in der geschützten Redezeit vor Ablauf der ersten und nach Ablauf der sechsten Minute jedoch können keine Fragen gestellt werden, da diese Zeit zum Aufbau der Argumentation bzw. zu ihrer Zusammenfassung dienen soll. Zur Orientierung gibt es Zeitsignale mit Glocke oder Handschlag: Bei 1:00 und 6:00 jeweils ein Signal, nach Ablauf der Redezeit zwei. Redner werden nicht abgeklingelt - aber wer zu stark überzieht, verliert Punkte.

Jeder Redner hat eine bestimmte Aufgabe: Die ersten Redner auf beiden Seiten führen in das Thema ein, die zweiten bauen die Argumentation aus, die dritten Redner müssen noch einen neuen Aspekt einbringen, die Schlussredner fassen noch einmal klar und polemisch die Debatte für ihre Seite zusammen. Wichtig für jede Debatte ist der gegenseitige Bezug: Redner sollten die Argumente der Gegenseite entkräften, bevor sie eigene, neue Punkte aufwerfen. Dabei darf man nicht dem widersprechen, was vorher auf der eigenen Seite gesagt wurde. Selbstverständlich wird in "parlamentarischer Sprache" debattiert, Beschimpfungen sind nicht erwünscht.

Am Ende

Nach der Debatte erhalten die Redner von der Jury ein kurzes Feedback mit Bewertung und Tipps für kommende Debatten. Viele Punkte gibt es für gut strukturierte, inhaltsreiche sowie ansprechend und sauber argumentierte, kurz: überzeugende Reden und geschickten Umgang mit Zwischenfragen.

Nächste Debatten

Dienstagsdebatten
Wir treffen uns jeden Dienstag um 19 Uhr in der Dorotheenstr. 24 im Raum 1.601 (Haus eins, sechster Stock).
Neueinstieg ist jede Woche möglich!

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