Die Geschichte der Berlin Debating Union

1999-2001: Die Gründerjahre

Die Geschichte der BDU e.V. beginnt mit der "Streitzeit (Berlin Debating Union)", gegründet von Jens Fischer und Kai Monheim im Herbst 1999 am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. In öffentlichen Foren wurden dabei Streitfragen mit dem Publikum debattiert. Diese Tradition lebt in den unregelmäßig stattfindenden OSI-Debatten fort, hat aber mit den wettkampforientierten Debatten im British Parliamentary Style wenig zu tun – der Wechsel zu diesem international anerkannten Format fand zeitgleich mit dem Umzug an die Humboldt-Universität statt. Der Obertitel „Streitzeit“ fiel weg. Im Sommer 2001 wurde in Berlin und auf Berliner Initiative die erste deutsche Debattiermeisterschaft veranstaltet.

Am 17.12.2001 fand dann offiziell ein Vereins-Gründungstreffen statt, aus dem Jens Fischer, Melanie Amann und Hannes Budelmann als erster Vorstand hervorgingen. Viel wurde über den schon zuvor genutzten und teils für unproblematisch gehaltenen Namen diskutiert. Nicht zuletzt im Sinne internationaler Ausrichtung wurde die englische Variante dann aber bestätigt. Unter anderem mit dem Ziel, die politische Bildung zu fördern, wurden wir als gemeinnützig anerkannt.

Das erste Geschäfts(halb)jahr sah den Beginn der Serie ZEIT-Debatten, deren erstes Turnier gleich einmal von Berlinern gewonnen wurde. In der Finaldebatte zum Thema "Zensur der Medien in Krisenzeiten" kam es zu einer denkwürdigen Lektion in Sachen Metapher: Nachdem die Regierung sorgfältig diese Zensur mit dem Abbinden eines Körperteils im Falle einer Verletzung in Verbindung gebracht hatte, kam die Zwischenfrage, ob man denn notfalls auch den Kopf abbinden wolle, etwas ungelegen.

Weiter wurde das Central and Eastern European Debating Tournament (CEET) geboren, zu dem im Frühjahr Debattierer aus den entsprechenden Ländern in großer Zahl anreisten. Bei der Deutschen Debattiermeisterschaft (DDM) im Sommer wurden sämtliche verfügbaren Preise vom Gewinnerteam aus Berlin eingesammelt, und mit 19 ordentlichen Mitgliedern sowie einem Fördermitglied gelang der Abschluss des ersten Geschäfts(halb)jahres.

2002-2006: Starkes Wachstum und sportliche Erfolge

Am 1.7.2002 starteten wir mit dem Vorstand Frederik von Rumohr, Sönke Senff und Christian Hönn in das zweite Geschäftsjahr. Die BDU nahm in diesem Zeitraum an allen Turnieren der ZEIT-Debatten teil und landete stets im Halbfinale oder Finale, so etwa bei der 3. Deutschen Meisterschaft. Bei der Europäischen Meisterschaft in Zagreb stellten wir das beste deutsche Team sowie den besten deutschen Redner. Bei der der WM in Stellenbosch (Südafrika) kam ebenfalls das beste, hier aber auch einzige deutsche Team von der BDU. Unser eigenes Mittel- und Osteuropaturnier CEET 2003 war im Frühjahr ein internationales Happening ersten Ranges und im übrigen ein voller Erfolg - wie auch im Vorjahr fand die Finalveranstaltung im Rathaus Schöneberg statt.

Daneben streckten wir unsere Fühler in Berlin aus und kooperierten mit "Werkstatt e.V." in Sachen Jugendarbeit ("Passwort: Debatte"), organisierten Publikumsdebatten zu aktuellen Themen im Otto-Suhr-Institut der FU, traten bei einer öffentlichen Veranstaltung im Deutschen Filmmuseum auf und symbolisierten zu später Stunde auf der Langen Nacht der Wissenschaften gewissermaßen die einbrechende Aufklärung am Ende derselben. Das Geschäftsjahr wurde mit 34 ordentlichen sowie einem Fördermitglied beendet.

Am 1.7.2003 wurde das Vereinszepter an Florian Wichelmann, Felix Serrao und Hannes Budelmann übergeben. Wiederum beehrten bzw. belästigten wir jedes Turnier der ZEIT-Debatten mit unserer Anwesenheit und fuhren saubere Erfolge ein. Der Aufwärtstrend bei der Teilnahme an internationalen Turnieren setzte sich in Form von Reisen nach Istanbul, Prag und Danzig fort. Zum CEET 2004 begrüßten wir etwa 80 Teilnehmer aus 11 Nationen, die Zeugen einer Finaldebatte im angemieteten Maxim-Gorki-Theater wurden.

Nach drei schönen CEET-Turnieren in Folge luden wir auch Westeuropäer und Israelis ein, nämlich zu den Berlin Open 2005, an denen 39 Zweierteams aus 19 Nationen teilnahmen. Das Finale wurde in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt veranstaltet. Ganz enorm durfte sich die BDU und ihr Vorstand mit Fabian Probst, Luise Pfütze und Farid Schwuchow auch über den Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaft 2006 freuen – wir lagen am Ende mit nur einer Stimme vor dem Mitbewerber aus Istanbul.

Und unsere Europameisterschaft im Debattieren hielt, was sie versprach: Sie wurde ein großes Fest des Debattierens in der deutschen Haupstadt.

2006 bis heute: Ein etablierter Club wächst weiter

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Berlin Debating Union weiter als einer der wichtigsten studentischen Debattierclubs im deutschsprachigen Raum und als ein fester Bestandteil des studentischen Lebens an den Berliner Universitäten etablieren können.

2008 richtete die Berlin Debating Union e. V. bereits zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft im studentischen Debattieren aus. Die Finaldebatte im Roten Rathaus fand in Stadionatmosphäre und in einem gerappelt vollen Saal statt.

Auch sportlich war die Berlin Debating Union in den vergangenen Jahren weiter erfolgreich: Zahlreiche Debatten im In- und Ausland konnten Berliner Teams gewinnen, bei noch mehr Teams schafften es Berliner Teams ins Finale. Seit Frühjahr 2010 führt die Berlin Debating Union die Ewige Bestenliste des Verbandes der Debattierclubs an Hochschulen e. V.(VDCH) an und ist damit nach der Statistik des Dachverbandes der erfolgreichste deutsche Debattierclub.

Neben belohntem sportlichem Ehrgeiz charakterisiert aber vor allem eine zunehmende Vernetzung der Berlin Debating Union e. V. mit politischen Institutionen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen in der Hauptstadt die letzten Jahre: Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit Organisationen wie dem DAAD, der Katholischen Studierendengemeinde oder der Jungen Europäischen Bewegung demonstrierten Debattierer der Berlin Debating Union die Kunst der freien Rede und gaben ihre Fähigkeiten weiter. Regelmäßig geben wir auch Debattierkurse an Berliner Schulen. Schulklassen auf Berlinfahrt und Uni-Seminare sind häufig bei uns zu Besuch.

Gerade die letzten drei Jahre zeichneten einen sehr positiven Trend: Die Berlin Debating Union richtete zum Jahreswechsel 12/13 die Weltmeisterschaften im Debattieren aus, dass mit seinen Ausmaßen von ungefähr 1500 Teilnehmern, einen Meilenstein in der Entwicklung des Vereines darstellt. Im darauffolgenden Jahr richtete der Verein die Deutschsprachigen Debattiermeisterschaften aus, die mit 250 Teilnehmern, die bis dahin größten Meisterschaften in Deutschland darstellten.

Sportlich stellten sich die Jahre 2012-2014 als sehr erfolgreich dar. Nebst mehrfachen nationalen Erfolgen auf diversen Turnieren, konnte die BDU die Deutschsprachigen Meisterschaften 2014, zwölf Jahre nach dem letzten Meistertitel, erneut erringen. Gleichzeitig etablierte sich der Club auch auf internationaler Ebene. Der BDU gelang es drei Jahre in Folge das Finale der Europameisterschaften zu erreichen (2012/13/14) und gewann die Weltmeisterschaften 2014 in Chennai!

Nächste Debatten

Dienstagsdebatten
Wir treffen uns jeden Dienstag um 19 Uhr in der Dorotheenstr. 24 im Raum 1.601 (Haus eins, sechster Stock).
Neueinstieg ist jede Woche möglich!

Newsletter

Meldet euch an zu unserem wöchentlichen Newsletter. Wir informieren euch zu aktuellen Veranstaltungen der BDU, anstehenden Turnieren und dem Thema der wöchentlichen Debatte. Wenn du dich anmelden möchtest, schicke einfach eine (leere) E-Mail an folgende Adresse und antworte auf die Bestätigungsemail (wichtig!): bdunewsletter-subscribe [at]yahoogroups.de

Du kannst dich jederzeit selbstständig wieder abmelden.

BDU on Twitter

Unterstützt durch Das Salzprojekt: Fleur de Sel und Schwarzer Pfeffer